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Aktuelle Meldungen vom Freien Institut für Bildung e.V.

Archive for September 2016

Café Philo: Gesellschaft der Angst I

1. Angst: philosophische und psychologische Grundlagen

Angst sichert uns manchmal Leib und Leben. Aber nicht alles, wovor wir Angst haben, will uns auch wirklich ans Leder. Doch wenn wir uns ängstigen, dann können wir diese Unterscheidung nicht treffen. Wenn wir uns ängstigen, erscheint uns die Welt als bedrohlich. Deshalb dürfte das Spiel mit unserer Angst eine der erfolgreichsten – persönlichen, gesellschaftlichen oder politischen – Manipulationsstrategien sein. Diese Zusammenhänge wollen wir im 1. Café Philo in diesem Semester mit ihnen diskutieren.

4.10.2016, 19 Uhr, Weltecho, Kinosaal im 1. Stock
Moderation: Wolfram Ette, Jan Friedrich
Eintritt frei!

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Written by wolframette

19. September 2016 at 22:39

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Gesellschaft der Angst – Café Philo im Wintersemester 2016/17

Angst durchdringt unser gesamtes Leben. Auf der einen Seite gibt es die allen gemeinsamen, aber stark variierenden Grundängste vor Armut, Schmerzen und Tod. Zu ihnen treten die Ängste vor sozialer Ausgrenzung, davor, bestimmten gesellschaftlichen Normen (wie Schönheit, Erfolg, Jugend, Geld, Coolness etc.) nicht gerecht zu werden: Angst vor Mobbing, Einsamkeit, Alter, dem sozialen Tod.

Diese durchaus begründeten Ängste werden besonders in in Zeiten persönlicher oder gesellschaftlicher Unsicherheit durch einen ganzen Schwarm von Ängsten vermehrt, die im Kern projektiver, das heißt phantastischer Natur sind: wie die Angst vor inneren Krankheiten, vor Verseuchung durch das Essen oder die Umwelt; ; oder die Angst vor der kapitalistischen / jüdischen / islamischen / kommunistischen Weltverschwörung. Die politische Paranoia, die alles als Teil eines großen Komplotts sieht, das sich gegen die eigene Person oder Gemeinschaft richtet, ist in die Fundamente der von Krisen geschüttelten Angstgesellschaft eingebaut, in der wir leben. Das kann zur Flucht in religiösen oder politischen Fundamentalismus führen; ebenso aber auch zur asketischen Reaktion der Einzelnen, die sich aus Angst davor, schuldig zu werden, nichts zuschulden kommen lassen wollen. Welcher Mechanismus liegt diesen Fluchtbewegungen zugrunde?

Wer Angst hat, ist leicht manipulierbar. Politik hat sich dies von jeher zunutze gemacht. Dass dem Nationalismus auch in seiner aggressiven Erscheinungsform Angst zugrunde liegt, liegt nahe. Aber brauchte nicht auch die Linke, nachdem sich die Aussicht auf eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft erledigt hatte, die Angst vor der Katastrophe, um ihr Anhänger zu mobilisieren? Was bedeutet es grundsätzlich, wenn politische Kollektive nicht durch Hoffnung, sondern durch Angst vereint werden?

In vier Veranstaltungen möchten wir mit Ihnen über Angst diskutieren. Sie sollen sich um die folgenden Themen bewegen:

1. Grundlagen: Angst in Philosophie und Psychologie; Vitalängste, soziale Ängste und ihr Verhältnis zueinander; kollektive Ängste.
4.10.2016

2. Gesellschaft der Angst. Von Sicherheitsdiensten, Überwachungskameras, Helikoptereltern, Angst vor dem Fremden, Angst vor dem Markt. Wie gehen die Einzelnen mit der unsichtbaren Angst in der Gesellschaft um?
1.11.2016

3. Politik und Angst. Wieweit ist politisches Handeln durch Angst motiviert? Wieweit forcieren und instrumentalisieren politische Bewegungen aller Couleur die Ängste ihrer Anhänger?
6.12.2016

4. Die Lust an der Angst. Vom Bungeejumping bis zur Katastrophensucht.
10.1.2017

Die exakten Titel der Veranstaltungen werden kurz vor Beginn bekanntgegeben, ebenso die Moderatoren.

Alle Veranstaltungen finden um 19 Uhr im 1. Stock des Weltecho, Annaberger Straße 24, statt. Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Freies Institut für Bildung e.V.
fibev.wordpress.com
post@fib-chemnitz.de

Written by wolframette

15. September 2016 at 11:35

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