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Aktuelle Meldungen vom Freien Institut für Bildung e.V.

Andorra 2 1/2

Am 17. Februar ist es soweit:
Wir spielen wieder:

Andorra 2 1/2
nach Max Frisch

im Rahmen der Tage der jüdischen Kultur 2013

Weltecho-Café
20 Uhr
Eintritt frei.

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Zum Stück:

Max Frischs Theaterstück Andorra von 1961 schildert den gesellschaftlichen Mechanismus der Ausgrenzung. In einer fiktiven Gesellschaft, in der Recht, Frieden und Demokratie herrschen, wird jemand zum Juden gemacht, obwohl er es eigentlich nicht ist. Aber die gesellschaftliche Zuschreibung ist mächtiger als die Wahrheit. Andri, die Hauptperson des Dramas, wird zum Juden, fühlt sich als Jude, nimmt die ihm zugeschriebene Identität als Jude an, obwohl er seiner Herkunft nach nicht den geringsten Grund dazu hätte. In dem Augenblick, in dem die andorranische Gesellschaft in die Krise gerät, wird er zum Sündenbock gemacht und geopfert. Dadurch gelingt es dieser Gesellschaft, die Krise zu überwinden und wieder zum Alltag zurückzukehren. Pointiert formuliert, läuft „Andorra“ auf die These hinaus, dass eine Gesellschaft um ihrer Selbsterhaltung willen in regelmäßigen Abständen eines Sündenbocks bedarf und dass das Opfer diskriminierter Einzelner sozusagen zum natürlichen Stoffwechsel des gesellschaftlichen Organismus gehört. Aber der Preis dafür ist hoch – sehr hoch. Das Stück entlässt uns mit der Frage, ob der Zusammenhang von gesellschaftlicher Selbstreproduktion und Opfer ein notwendiger ist.

An dieser Frage setzt unsere Adaption an. Ob und wie wir sie beantworten, wird nicht verraten. Aber Sie – das Publikum – werden dabei jedenfalls eine entscheidende Rolle spielen!

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Written by wolframette

12. Februar 2013 um 18:00

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